![]() | 22. August 2010 Vielfalt. Ganzheit. Einheit. Deinheit. Möglichkeit. Assoziationen: sind Verbindungen, Vergesellschaftungen. Es gibt relevante Unterschiede zwischen Graphit und Diamant etwa; sie ergeben sich aus der Anordnung und der Bindungsfreiheit der Kohlenstoffatome. Kohlenstoff ist vierwertig, kann also alles, nach rechts und links und fast überall hin. Das Ergebnis ist Organik, ist Leben. Anorganisch: weich und anschmiegbar, wie Graphit, oder hart und nicht leitfähig, wie Diamant. Wir entscheiden täglich neu, was wir werden; Valenz und Bindungsfreiheit, danach frage ich, im Rahmen einer Philosophie, und weniger einer Verebungslehre; die Disposition mal in den Hintergrund gerückt, interessiert mich die Masche mit der Vielfalt. Wie werden wir glänzend und transparent, wie aber auch maleabel; wie trennen wir scharf, wie zeichnen wir uns selbst auf? Als Instrumente der Natur, die wir selbst und die Anderen bespielen, stehen uns all die Möglichkeiten offen, die wir wahrzunehmen imstande sind. Mir ist: je vielfältiger, desto näher am Ganzen; je facettenreicher, desto inniger einheitlich. Wachstum ist eine Entfaltung, aber keine lineare, eine Abrundung eher, wie sich öffnende, spiralige Blütenblätter einer Rose. Und ja, so soll es auch heißen: können wir, je reicher wir sind, je vielfältiger, auch reicher und vielgestaltiger lieben? Was wird aus uns, wenn wir erkennen, dass der Sommer enden wird, aber noch greifbar satt zum Pflücken bereit steht und eingeatmet werden kann; und darf? Was wird aus uns, wenn wir zu schwingen beginnen, und uns unsere Lieder selbst erstaunen; wenn wir ganz werden, weil wir uns entfalten? Und Falte um Falte entscheiden, ob wir im Königskleid oder im Bettlergewand weiter gehen wollen. Das Amorphe ist das Kristalline, das Kristalline ist das Amorphe. Wir haben es - auch - in der Hand. Oder wie jetzt? |
![]() | 22. August 2010 Also gut; ich muss noch ein paar Dinge vom Schreibtisch räumen und einige andere hervorholen. Vielleicht sogar ein Buch. Wie lang ist dieses Seminar, und welchen Schein kann man hier machen? |
![]() | 22. August 2010 lebenslänglich, interzone und man kann scheinen und scheinen und scheinen; es gibt genug Nacht, die durchschienen werden kann. Buch ist gut, Bauch geht auch... Moinmoin! |
![]() | 22. August 2010 ach bauch! pappelapapp! der stößt immer öfter gegen die schreibtischkante. der ist sein, nicht schein. |
![]() | 22. August 2010 dann erschwert Bauch den Griff zum Buch... und das ist scheinrelevant. Innenbuch mal aufgeklappt und drauflosgelesen... |
![]() | 22. August 2010 Guten Morgen Ich bitte um Nachsicht,daß es mir (noch) nicht gelingen wird Was wird aus uns, wenn wir erkennen, dass der Sommer enden wird, aber noch greifbar satt zum Pflücken bereit steht und eingeatmet werden kann; und darf? in der Möglichkeitsform einer Vorzukunft zu philosophieren,geschweige denn darüber zu berichten.Der Sommer steht in voller Blüte(hier jedenfalls) |
![]() | 22. August 2010 Jou, strahle der kühle Kopf in Klarheit und der droße Bauch sorgt für die Wärme (um nicht vom großen Herz zu sprechen). Das Einfangen der schier unüberschaubaren Vielfalt gelingt mit diesen beiden Händen. Nun, was ist zuhanden? |
![]() | 22. August 2010 Zuhanden ist erstmal : nono, Onkelchen, so einfach kommst du nicht davon. Nix da mit Vorzukunft; wir sind beim Pflücken; also bitte, Kaffee austrinken, Kippe an, Korb herbei und nun raus in die Gärten. Wette, der erste Apfel fällt allein vom Stamm und direkt in den Korb. Auch im HOCHSOMMER! Also reden wir über das JETZT (wardochehklar) |
![]() | 22. August 2010 und nun raus in die Gärten. ..die Gärten des Poseidon.Ich kann ja nach der Rückkehr ein paar Bildchen von Quallen posten. |
![]() | 22. August 2010 Das Amorphe ist das Kristalline, das Kristalline ist das Amorphe. Dieses Sowohl-als-auch ist für mich ein Allgemeinplatz. Dazu gehört die immer wieder zu Kommunikationsbrüchen führende Gefühl-Vernunft-Falle. Es ist nur theoretisch, mit einem bestimmten Erkenntnisinteresse, einigermaßen sinnvoll, beides zu trennen. Die unsägliche Selbstfesselung an ein vorgestelltes Ideal „Gefühl“ mit den unausweichlichen Verdammungen alles dessen, was diesem Ideal vermeintlich feindlich gegenübertritt, verstehe ich als unausgesetzte Selbstbeschneidung, die dazu führen muss, eben nicht jeden Tag neu entscheiden (entwerfen) zu können. Das kann man sowieso nicht, wenn damit Umwälzungen gemeint sind (wobei mir Marxmen einfallen mit ihrem Album „33 Revolutions per Minute“), aber die Potenz zum Entwurf geht flöten. Auch abgesehen von Veranlagungen (Dispositionen) kann man demnach nicht von einem täglich neuen Selbstentwurf sprechen. Die Bedingungen des jetzigen Soseins sind zunächst als machtvolle Vorgaben für das Handeln zu sehen. Der Alltag ist eine Struktur, die einschränkt und hält, und eine selbstgewählte Veränderung ist ein Prozess. Allerdings sehe ich die „selbstgewählte“ Beschneidung ebenso als Disposition. |
![]() | 22. August 2010 Selbstbeschneidung als Disposition? Als Muster und Programm? Kann ich so akzeptieren, und in dem Maß, in dem es an Information fehlt, die dieses System neu füttert, bitte, ja. Doch gehen wir mal davon aus, dass die Chance zum neuen Selbstentwurf "zuhanden" ist, wie Du sagst, interzone. Sie ist die Option, mal abgesehen von den Sachzwängen. Die Information darüber ist verfügbar. Der Alltag ist eine Struktur, die einschränkt und hält, und eine selbstgewählte Veränderung ist ein Prozess. Aaaah... so? Und wenn der Alltag auch nicht nur Struktur sei? Respektive: wenn wir die Struktur auch mit hineinstanzten, weil sie sozusagen aus den Routinen der Handlungen heraus auch die Anschlussmöglichkeiten des Selbst kontaminiert? Greifbar: es gibt die Tage, da arbeiten wir und denken: wenn ich nicht auf der Stelle kündige, dreh ich durch. Und es gibt die Tage, da arbeiten wir und denken: was für ein Geschenk hier zu sein. Und dazwischen all die Tage, da wir schaukeln und schütteln und aussieben, Spreu und Weizen und auch Hopfen brauchen, um die Struktur zu fassen und ggf. neu auszuloten. Quasi die Kraft aufbringen, die Kohlenstoffatome, auch mal entgegen ihrer erlernten Wuchsrichtung, in eine andere Konstellation zu bringen. Gilt mir für das Beispiel oben und für Vieles. Und das ist dann -für mich- der Prozess. In dem täglich neu, eine Kraft meiner Einsicht sagt: da lang, bitte, das könnt gescheit sein; und eine Kraft meiner Disposition sagt: menno, schon wieder turnen, kann nie Ruhe sein im Karton? Dann ist der Selbstentwurf, im Kleinen, ein täglicher; eine Übung. Manchmal ein stündlicher; und eine Minute hat die Macht, die Jahre nicht hatten. Gefühl und Vernunft: als Falle. Hm. Mach mir mal noch nen Kaffee. |
![]() | 22. August 2010 … dass die Chance zum neuen Selbstentwurf "zuhanden" ist, … Die ist potentiell immer da. Wir sind umgeben von einem Meer an Virtualitäten, aus denen wir eine oder einige wenige Optionen herausnehmen, um sie zu verwirklichen. Wer greifen in das Zuhandene hinein, nehmen es heraus und stellen es vor uns; es ist vorhanden. Im Alltag gibt es gemeinhin weniger an Zuhandenheit, als es in der „freien“ Zeit der Fall ist. Wir nehmen diese Sachlage als Sachzwang und unterwerfen uns ihm. Prinzipiell ist immer eine Umwälzung möglich; auch sie ist immer zuhanden. Das kann ein Durchdrehen sein, also ein haftloses, ein bodenloses Handeln, das von der Sachlage abkoppelt und im landläufigen Sinn verrückt, also dysfunktional ist. Man kann aber auch eine Umwälzung herbeiführen, indem man eine als entsetzlich empfundene Sachlage planvoll und mit Bodenhaftung verändert und sich tatsächlich aus ihr entsetzt in eine andere. Das kann auch plötzlich geschehen, muss dann aber, um nicht dysfunktional zu sein, einen gewissen Vorlauf haben. Dieser Vorlauf gehört zu dem Prozess des Entwerfens. Er läuft quasi mit, als eigene Folie, die durch ein individuelles Raster naheliegende neue Optionen besser erkennbar macht. Ich gestalte meinen Alltag mit diesen naheliegenden Möglichkeiten, die keine Umwälzung bedeuten, sondern die Veränderung von Abläufen in meinem Namen. Damit werden wiederum neue Bedingungen geschaffen, die neue Möglichkeiten nahelegen. Das ist das Prozesshafte daran; eine Art Wachstum aus dem Naheliegenden. |
![]() | 22. August 2010 Und wenn der Alltag auch nicht nur Struktur sei? Respektive: wenn wir die Struktur auch mit hineinstanzten, weil sie sozusagen aus den Routinen der Handlungen heraus auch die Anschlussmöglichkeiten des Selbst kontaminiert? Struktur ist für mich annähernd gleichbedeutend mit Redundanz. Den Wald sieht man nicht, wenn man zu nah an seiner Struktur ist; den Bäumen, die dort redundant sind. Für den Alltag, dessen Name schon mit „All“ auf diese Redundanz hinweist, bedeutet es, daß man in ihm schlecht das Naheliegende erkennt. Man muss aus ihm heraustreten, um überhaupt erkennen zu können, was man alles anders machen könnte. Das kann durch Reflexion geschehen. Man wird sich vielleicht daran erinnern, daß man im letzten Urlaub in einer „ruhigen Minute“ ein paar Ideen zu neuen Entwürfen entwickeln konnte, eben weil man so weit weg und von zwingenden Sachlagen befreit war. Distanz ist also nötig, um durch eine Differenz erkennen zu können. Man hat allerdings im Alltag eine besondere Struktur, die das Entwerfen prinzipiell erleichtert, weil er diese Distanznahme beinhaltet. Die alltäglichen Verrichtungen enden, man entfernt sich – beispielsweise von der Firma – und hat eine Zeitspanne der Reproduktion. Hier, in der privaten Komfortzone, öffnet sich das Meer der Zuhandenheiten wieder, und man kann hineingreifen. Das gilt jedoch nur unter bestimmten Bedingungen. Eine dieser Bedingungen ist die Firma. Sie befindet sich außerhalb und fordert bzw. ermöglicht eine Bewegung in den Alltag hinein und wieder heraus; die Reflexion in der Distanz ist täglich möglich. Bei Alleinerziehenden, die mit Kindern, Haushalt und Ämtern überlastet sind, ist eine Distanz schwer zu erreichen, da sie kaum Differenzen nutzen können; sie kommen aus dem Wald nicht raus. |
![]() | 22. August 2010 okeeeey, mal sehen... Zum "Vorlauf": Du meinst bestimmt nicht, es gäbe sowas wie eine Art Projektentwicklung; in innenpolitischen Interventionen...? Ich sehe hier nämlich von dem speziellen Prisma "therapeutische Einflussnahme" ab; keine Neuprogrammierung unter Einsatz der stage crew, sondern der übliche, nicht normkonforme, aber gebräuchliche, sich abspulende Entwurfspin. Denn dann ist mir der Vorlauf identisch mit dem Nachlauf. Ja, mit einer Zäsur; dem vermeintlichen Innehalten des Ich-Punktes auf dem Koordinatensystem. Der Moment der Ruhe, in dem ein Rückblick möglich (häufig auch erzwungen, forciert) wird, und wir sagen können: Mensch, was habe ich alles geschafft! Wird immer wieder anempfohlen, und ich weiß selbst zu gut, dass da was dran ist. Die Nacht, der Winter, alle Rehabilitierungsphasen, alle Refraktärzeiten. Das ist bei Dir : Reproduktion, ja? Zu guter Letzt entpuppen diese sich ebenfalls als Teil des Knäuels. Du sagst "Wachstum aus dem Naheliegenden"; das habe ich darunter verstanden. Und ganz naheliegend ist der Fluss der Zeit. Wenn ich auf der Ordinate immer Bewegung habe, bewege ich mich, wachse ich im Idealfall immer, auch wenn ich an der Abszisse festhielte. Naja, ok, das ist spekulativ. Zur Struktur: das sehe ich genauso. Rein ins Feld, raus aus dem Feld, dazwischen die Freiheitsgrade. Aber wir wissen, das dies Theorie ist. Wenn Du bei "Alltag" an ~~ allmöglich denkst, dann mag dies an Deinen individuellen Freiheitsgraden liegen. Alltag ist den meisten Keintag. Flatline. Hier, in der privaten Komfortzone, öffnet sich das Meer der Zuhandenheiten wieder, und man kann hineingreifen. Zwar nicke ich hier auch zustimmend, doch das Meer ist manchmal versalzt und tot und die Zuflüsse trocken. Seh ich jeden Tag. Dann liegt man am Ufer und sieht zu, dass man eine ansehnliche Bräune erhält, die dann als Resultat ausgedehnter Reflexion verkauft werden kann, und nichts ist, bisweilen, als Selbstbepinselung. Ich stimme Dir zu, in der Darlegung der Spielfelder. Allein... Aus uns selbst muss noch ein Impuls hinzukommen, das Zuhandene auch in die Hand zu nehmen; auch dann, wenn es mal aus der Hand geschlagen wurde, und wir Lust auf Stillstand hätten. Du sagst Komfort. Und ich sage Dir: Komfort ist für Viele Stillstand. Aber schön, erstmal, wenn auch nicht sof..istisch... Oder doch? |
![]() | 22. August 2010 Mothers Little Helpers Vielfalt. Ganzheit. Einheit. Deinheit. Möglichkeit Unangemeldete(! )Goa Party ,auf dem von mir ,schon aus Gewohnheitsrecht, als privat beanspruchten Strandstück. Vielfalt:Tanzende Spät Großstadt Hippies im Freizeit Vergnügen.Konträr: der ,nach Erholung und Muse in der Ruhe der Natur, Suchende. Eine Ganzheit und Einheit wäre nur herbeizuführen gewesen,wenn ich die richtigen Pillen dabei gehabt hätte. So blieb als Möglichkeit der Meinheit,sich der angestammten Gewohnheit zu befreien und einige 100m weiterzugehen.Es hätten aber auch mehrere Km sein können,denn der monotone,schrecklich langweilige ,über Stunden sich nicht verändernde Rythmus der Bass Drum und der gleichbleibenden Bassläufe 'verschandelte'einen ganzen Landstrich. PS : herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag,interzone ! |